QPlus | Akupunktur
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Akupunktur

Naturwissenschaftlich-physiologisch begründete Akupunktur-Ausbildung ohne Hokus-Pokus

  1. Der Weg des Schmerzes
    Ein durch eine sehr dünne Nadel gesetzter Reiz der Schmerzrezeptoren bestimmter Hautareale wird zum Rückenmark (1. Neuron) und von da vorwiegend über den Tractus spinothalamicus zum Thalamus geleitet (2. Neuron), wo die weitere Verarbeitung der Erregung stattfindet (3. und weitere Neurone). Dies geschieht in Bruchteilen von Sekunden und wird erst nachträglich dem Bewußtsein „gemeldet“. Dabei selektiert der Thalamus unterschiedliche Schmerzqualitäten.
  2. Der Akupunkturreiz
    Die durch Akupunktur erwünschte Schmerzlinderung setzt die intensive Reizung von Mechanorezeptoren (Druck- und Dehnungsrezeptoren) oder freien Nervenendigungen im Bereich der tiefen Skelettmuskulatur voraus, wofür eine entsprechende Einstichtiefe erforderlich ist. Bei korrektem Nadelsitz empfindet der Patient keinen stechenden Schmerz, sondern ein intensives Druckgefühl, das die Chinesen „De Chi“ nennen.Nur die Erregungen aus der tiefen Skelettmuskulatur lösen im Thalamus die Reaktion der „deszendierenden Schmerzhemmung“ aus, ein komplexes Geschehen, an dem mehrere Hirnregionen beteiligt sind. Diese Reaktion auf den Druck- und Dehnungsreiz bezieht sich nicht mehr auf den Ort der Erregung, sondern wirkt sich im ganzen Körper aus, so daß es möglich ist, Schmerzlinderung an einer Stelle zu erreichen, obwohl eine weit entfernte Körperstelle punktiert wurde, z.B. lassen sich Kopfschmerzen auch gut durch Akupunktur am Bein behandeln.Die deszendierende Schmerzhemmung erfolgt hauptsächlich auf neuralem Wege, zentral durch ß-Endorphin vermittelt, das aus ProOpioMelanoCortin (POMC) freigesetzt wird. POMC wird bei Bedarf gewebsspezifisch in mehrere wirksame Hormone gespalten, unter anderem in ß-Endorphin, ACTH (Adrenocorticotropin) und MSH (Melanozyten-stimulierendes Hormon); letzteres bezeichnet eine Gruppe von Hormonen, die die Melaninsynthese und –verteilung reguliert und – für uns wichtiger – Schlafverhalten, Fieber, Hunger und sexuelle Erregung beeinflussen.Da die deszendierende Schmerzhemmung generalisiert abläuft und die Druck- und Dehnungsstimulation in kugelförmigen Muskelarealen von 1 – 2 cm Durchmesser durch die Akupunkturnadel stimuliert wird, ist es nicht notwendig, Hunderte von Akupunkturpunkten zu kennen, sondern nur die Areale, an denen die tiefe Skelettmuskulatur am intensivsten stimuliert werden kann. Es handelt sich dabei um etwa ein Dutzend solcher Areale, die sich im Laufe der Jahrhunderte als am wirksamsten erwiesen haben und die auch alle Akupunkteure benutzen, selbst wenn die vielen anderen „Akupunkturpunkte“ bei verschiedenen Akupunkteuren individuell sehr unterschiedlich gebraucht werden.Um wirksam und erfolgreich akupunktieren zu können, genügt also die Kenntnis einiger weniger Areale.
    Es gibt noch eine weitere unmittelbare Wirkung der Akupunktur, nämlich die direkte Reizung von Nervenenden im Punkt Du Mai 20 auf dem Kopf, die eine sedierende Wirkung hat. Durch die Steigerung der Durchblutung im Gebiet der Nadelung wird eine im EEG nachweisbare Hirnstimulation erreicht, die eine milde Sedierung zur Folge hat.

Daraus ergeben sich folgende Indikationen für eine „schulmedizinisch“ angewandte Akupunktur:

  • Entzündungshemmung
  • Schmerzlinderung
  • Sedierung

Die geschilderten neurophysiologischen Vorgänge bei der Akupunktur sind nicht stark genug, um sie für eine akute Notfallbehandlung anzuwenden z.B. behandelt man einen Asthma-Anfall besser mit Cortison, eine akute Blinddarmentzündung mit einer Appendektomie.

 

Die Akupunktur gehört zu den Methoden der „sanften Medizin“ und wird eher prophylaktisch angewandt. Dabei werden in kleinen Schritten körpereigene Reaktionen „trainiert“, so daß z.B. Migräneanfälle, Asthmaanfälle oder Neurodermitisschübe seltener auftreten. Dabei wird im beschwerdefreien Intervall in mehreren Sitzungen behandelt, im Akutfall nur äußerst selten.

Wen die durch mystisch-magische Einflüsse und mit den Erklärungsversuchen der damaligen Zeit verbundene Entwicklung der Heilkunde in China interessiert, der sei vor allem auf die vielen Schriften von Paul Unschuld verwiesen.

Er ist einer der sehr wenigen Kenner und von finanziellen Bestrebungen freier Wissenschaftler traditioneller chinesischer Medizin (TCM). Seine Sprachkenntnis auch der alten chinesischen Sprache, verbunden mit einem bestechenden historischen Wissen erlaubt einen unverfälschten, wirklich wissenschaftlichen Zugang zur TCM.

An dieser Stelle eine Geschichte der Akupunktur in Deutschland zu schreiben, würde für eine Internetseite deutlich zu weit führen. Dennoch wollen wir zum besseren Verständnis unserer Vereinsziele, ja eigentlich sogar zum besseren Verständnis der Vereinsgründung, versuchen, die Geschichte der Akupunktur in Deutschland in groben Zügen nachzuzeichnen.

 

Nach den ersten Kontakten im Rahmen der alten Geschichte vor dem zweiten Weltkrieg begannen wir mit Kollegen wie Herrn Claus C. Schnorrenberger, die schon lange vor dem späteren Akupunktur- Boom begannen, sich mit traditioneller chinesischer Medizin, insbesondere mit Akupunktur, auseinanderzusetzen. Nach dem historischen Besuch Richard Nixons in China im Jahre 1972 begann eine Akupunkturwelle auf die westliche Welt zuzurollen, die zu einer unglaublichen Kommerzialisierung dieser Methode geführt hat. Nach anfänglich noch völlig offenem Markt und einem Bundessozialgerichts-Urteil vom Ende der Sechziger Jahre wurde Akupunktur nach Ausschöpfung schulmedizinischer Leistungen von den Kassen auf Antrag erstattet. Diese rapide zunehmende Einnahmequelle neben dem normalen Praxis-Budget lockte viele Kollegen an, so daß sich die Kassen gegen Ende der achtziger Jahre gezwungen sahen, Gegenstrategien zu entwickeln. Auch die traditionellen Akupunkturvereine, die zu diesem Zeitpunkt 60-Stunden-Kurse verkauften, sahen sich angesichts sinkender Zahlen ausbildungswilliger Kollegen, die zum Teil unsere sehr viel preiswertere Variante vorzogen, gezwungen, Maßnahmen zur Gewinnsicherung zu ergreifen. Das Schlagwort unserer Zeit – „Qualitätssicherung“ – sollte beiden Gruppen dienlich sein. In Kooperation – beide hatten vor Augen, die Zahl der Anwender zu reduzieren – arbeitete man sich über die Ärztekammern und KV‘en vor. Die großen Akupunkturvereine wollten zudem über eine scheinbare „Qualitätsforderung“ auch eine Ausbildungs-Qualitätsforderung mit ins Spiel bringen, die die Kollegen wieder zurück in die teuren Ausbildungen zwingen sollte.

 

In unendlich vielen Vorstößen im Weiterbildungsausschuß der Bundesärztekammer und bei den Kassen führten die Ärztekammern letztendlich eine 140-Stunden-Ausbildung ein, die mit dem sogenannten A-Diplom abschloß. Noch gaben wir uns an dieser Stelle nicht geschlagen. Mit der Vereinszertifizierung und einem ausgefeilten Online-Unterrichts- und Chatroom-Konzept konnten wir zu „Aldi-Preisen (Markenware zu günstigen Preisen)“ auch noch eine von den Kassen anerkannte 140-Stunden-A-Diplom-Ausbildung sehr zum Leidwesen der anderen Vereine organisieren. Ein Kursus, der dort zwischen 6.000 und 10.000 € Kosten pro Teilnehmer auslöste, war bei uns zum Preis von 1.500 bis 2.000 € zu haben.

 

Nun kam die aus Sicht der sogenannten „großen“  Vereine großartigste Idee, um weiterhin die Konkurrenz aus dem Feld zu schlagen. Gemeinsam mit den Kassen initiierte man einen Großversuch (GERAC-Studie), der mit Millionen-Kostenaufwand beweisen sollte, daß Akupunktur eben nur „echte“ Akupunktur ist, und daß sie sich vom Behandlungserfolg her klar gegen alle anderen „Scharlatanerien“ abzusetzen imstande sei. „Der größte wissenschaftlich begleitete Akupunkturversuch“, so die Selbstdarstellung, wurde mit großem Aufwand geplant und propagiert. Die „Großen“ der deutschen Akupunkturszene machten sich daran, ihren Traum vom „wissenschaftlichen Beweis der traditionellen Ausbildung“ wahr zu machen. In der offiziellen Versuchsplanung hieß es, man wolle mit diesem Versuch „echte traditionelle Akupunktur“ von sogenannter „Sham-Akupunktur“ unterscheiden. Unsere zunächst begonnene eigene Mitarbeit bei der Planung wurde aus verständlichen Gründen torpediert und im Keim erstickt. Neben mehreren „Originalrezepten“ zur Akupunktur bei den Indikationen „Migräne“, „lumboischialgiforme Beschwerden“ und „Gelenkschmerzen bei chronischern Gelenkerkrankungen“ wurde eine eigene „Sham-Akupunktur“ in „Übereinstimmung mit den führenden Akupunkturspezialisten der Welt“, so die großspurige Ankündigung, geschaffen. Sie sollte garantiert keine Wirkung zeigen, da sie eben genau dafür von der Lokalisation der Einstichstellen her und als Vergleich zur „echten“ Akupunktur konzipiert war.

 

Die Studie fand unter statistischer Begleitung zweier renommierter Universitätsabteilungen für Bio-Mathematik statt. Die Durchführung lief wie geplant. Als die ersten Ergebnisse intern bekannt wurden, brach den Initiatoren der Schweiß aus. Zunächst wurde in aller Eile noch auf dem Deutschen Ärztetag die Weiterbildungsforderung von 200 (!!!) Stunden Ausbildung durchgepeitscht. Erst dann wurden die Ergebnisse offiziell gemacht. An dieser Stelle wird bewußt, mit welcher unglaublichen unwissenschaftlichen Arroganz die Ergebnisinterpretation stattfand. Selbst die beteiligten seriösen Statistiker und Fachprofessoren, die bisher keine Ahnung von Akupunktur hatten und die, nachdem ihnen das Konzept von den „wahren“ Akupunkteuren klar gemacht worden war, an eine Bestätigung der Null-Hypothese glaubten, verbogen sich im nachhinein in ihrer Interpretation.

 

Was war geschehen?

 

Bringt man es kurz und bündig auf einen Nenner, so hat die GERAC – Studie mit Millionenaufwand erbracht, daß die Wirkung einer „echten“ Akupunktur  von der ebenso erfolgreichen Wirkung einer eigens konzipierten „Nicht-Akupunktur“ sich statistisch  NICHT UNTERSCHEIDEN LÄSST. Nochmals in anderen Worten: Eine Scheinakupunktur ist ebenso erfolgreich wie eine „Echt-Akupunktur“.

 

In unglaublicher Weise versuchte man nun im Nachhinein zu retten, was zu retten war. Der mitgeführte Kontrollarm einer schulmediinischen Behandlung wurde auf einmal zur Vergleichsgruppe, da hier die Ergebnisse beider Behandlungsgruppen mit Akupunktur sich mit deutlich besserem Ergebnis abheben konnten. Die logische wissenschaftliche Konsequenz hieraus, die gemeinsamen Effekte von Akupunktur und „Sham-Akupunktur“ nun unter die Lupe zu nehmen, hat bisher keiner geschafft. Man verbiegt und windet sich mit Hinweisen wie: „Das war keine Schein-Akupunktur, sondern eine Minimal-Akupunktur“ oder ein „Trend zum größeren Erfolg sei doch erkennbar“, wenn auch wissenschaftlich nicht belegbar.

 

Damit sind wir am Schluß unserer kurzen Betrachtung angelangt. In unglaublicher Weise hat sich die von einem Kollegen einmal so benannte „Akupunktur-Mafia“ ein komplettes Desaster vom Halse gehalten und die Pfründe für weitere Jahre gesichert. Daß im Zeitalter kühler Rechner und Denker, die es schaffen, eine Rakete auf dem Mars landen zu lassen, solcherlei Dinge noch immer möglich sind, betrübt uns angesichts der gerade bei den Krankenkassen angeblich so großen Finanznot sehr.

Wie im Kapitel „Akupunktur“ dargelegt, ist die Wirkung der Akupunktur objektiv nachweisbar und naturwissenschaftlich erklärbar. Das bedeutet, daß sie auch außerhalb der Traditionellen Chinesischen Medizin funktioniert und nicht nur in fernöstliche, sondern auch in westliche Therapiepläne aufgenommen werden kann.

Die GERAC-Studie und auch ältere Untersuchungen haben gezeigt, daß die Wirkung der Akupunktur nicht von komplizierten Punktekombinationen abhängt.

Daraus folgt, daß eine vollwertige, wirksame Akupunktur relativ einfach zu erlernen ist.

Es genügt dafür ein 8 ½ stündiger Wochenend-Kurs.

Unser Verein führt solche Kurse (AKU-PAIN – Kurse) nach Möglichkeit in Ihrer Wohnortnähe durch.

 

Die Krankenkassen erkennen unsere Kurse nicht an, sondern fordern, daß nur in „Traditonell Chinesischer Medizin“ ausgebildete Ärzte als Kassenleistung akupunktieren dürfen, und auch nur bei bestimmten Indikationen. Ein konsequent traditionell – chinesischer Therapieplan ist aber wieder keine Kassenleistung.

Somit sind in westliche Therapiekonzepte integrierte Akupunkturbehandlungen Private Zusatzleistungen, die wegen unserer moderaten Ausbildungskosten nicht teuer sein müssen.

 

Der nächste AKU-PAIN-Kurs findet statt:

Freitag,   28.04.2017   von 18.30 Uhr  –  21.30 Uhr

Samstag, 29.04.2017  von 09.00 Uhr  –  14.30 Uhr

Veranstaltungsort: Hannover  (genaue Adresse wird noch bekannt gegeben)

Kosten:  450.00 €  incl. Pausenverpflegung und Kursmaterial (ohne   Übernachtungskosten)

Anmeldeschluß: 31.03.2017